1. Was sind Legionellen?

Bei Legionellen handelt es sich um Bakterien, welche natürlich in unserer Umwelt vorkommen. Sie entstehen grundsätzlich an Stellen, an denen kein regelmäßiger Durchfluss herrscht und das Wasser bei einer bestimmten Temperatur steht. Bei einem Temperaturbereich zwischen 25°C und 45°C finden Legionellen optimale Wachstumsbedingungen vor. Ab einer Temperatur von 55°C wird das Wachstum eingedämmt.

In erhöhter Konzentration können Legionellen für verschiedene Krankheitssymptome beim Menschen verantwortlich sein. Grippeartige Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen können durch Legionellen hervorgerufen werden.

Betrachtet man aktuelle Statistiken, weisen 15% der untersuchten Objekte einen positiven Befund auf.

2. Für welche Immobilien gilt die Untersuchungspflicht?

Eine Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen gemäß Trinkwasserverordnung ist für Ihre Immobilie Pflicht, wenn Sie folgende Fragen mit Ja beantworten:

  • Hat Ihre Immobilie mehr als zwei Wohneinheiten, wovon mindestens eine Einheit vermietet ist?
  • Sind Duschen oder andere Einrichtungen, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwasser kommt, vorhanden?
  • Ist eine zentrale Großanlage (mehr als 400 Liter Speichervolumen oder mehr als drei Liter Wasser in der Rohrleitung zwischen Boiler und der am weitesten entfernten Entnahmestelle) zur Trinkwassererwärung vorhanden?

Pro Meter Wasserleitung ergeben sich folgende Durchschnittswerte:

  • 1 Zoll Leitung    à 0,49 Liter / Meter
  • 3/4 Zoll Leitung à 0,31 Liter / Meter
  • 1/2 Zoll Leitung à 0,13 Liter / Meter

3. An welchen Stellen werden Proben entnommen?

Die Proben für die Untersuchungen müssen an mehreren repräsentativen Probenahmestellen entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik entnommen werden. Bei einer orientierenden Untersuchung wird i.d.R. jeweils eine Probe am Vor- und Rücklauf der Trinkwassererwärmers entnommen, sowie an der am weitesten entfernten Abgabestelle je Steigleitung.

4. Welche technischen Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Für Entnahme der Proben am zentralen Trinkwassererwärmer sind spezielle Probenahmeventile erforderlich, welche bei älteren Gebäuden häufig nicht installiert sind. Fehlende Entnahmestellen müssen Sie als Eigentümer oder Betreiber der Wasserversorgungsanlage durch Fachpersonal (z.B. Installateur) nachrüsten lassen.

5. Ablauf einer Trinkwasseruntersuchung auf Legionellen

 

 

6. Welche Maßnahmen sind bei einem positiven Befund erforderlich?

Meldepflicht

Wird der technische Maßnahmewert von 100 KBE/100ml im Rahmen einer Untersuchung überschritten, muss das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich informiert werden. Bei einer orientierenden Untersuchung ist das untersuchende Labor verpflichtet die Überschreitung dem zuständigen Gesundheitsamt mitzuteilen.

Informationspflicht

Alle Betroffenen (Bewohner, Nutzer, Eigentümer) müssen umgehend über die Legionellen Kontamination, beispielsweise durch einen Aushang im Eingangsbereich oder auch per Brief, unterrichtet werden.

Handlungspflicht:

  • Durchführung von Untersuchungen zur Aufklärung der Ursache, einschließlich einer Ortsbesichtigung sowie Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.). 
  • Durchführung einer Gefährdungsanalyse: Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, (§16 Abs. 7) dass dies unverzüglich und ohne Aufforderung erfolgen muss.
  • Durchführung aller erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller betroffenen Verbraucher.
  • Durchführung von Nachuntersuchungen

7. Dokumentationspflicht

  • Dokumentation der Untersuchungen und Untersuchungsbefunde
  • Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
  • Archivierung der Unterlagen über 10 Jahre

8. Wer trägt die Kosten?

Die Kosten für eine orientierende Trinkwasseruntersuchung können gem. §2 BetrKV in der Betriebskostenabrechnung umgelegt werden. Kosten für zusätzliche Untersuchungen und weitere Maßnahmen die sich aus einer unzulässigen Legionellenkonzentration ergeben, hat der Eigentümer zu tragen.

9. Wie kann vorgebeugt werden?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, dass die Wasserleitungen regelmäßig genutzt werden und an allen Abnahmestellen auch Wasser abgenommen wird. Da Stagnationswasser das Wachstum von Legionellen fördert, sollten Totstränge, in welchen sich das Wasser sammelt, vermieden werden.

Es wird empfohlen die Temperatureinstellungen am Boiler so vorzunehmen, dass die Wassertemperatur am Austritt des Boilers 60°C beträgt und in der Zirkulationsleitung 55°C nicht unterschreitet (vgl. DVGW Arbeitsblatt W551).

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